Proklamation 2020

Bericht aus Kamelle.de vom 12.01.2020
von Stefan Hermes

Prinzenpaar aus Bornheim-Merten proklamiert


Foto: Stefan Hermes

Der Schönste in unserer Regentschaft war die Proklamation“, sagte Mertens scheidende Lieblichkeit Hildegard III. (Funk) wenige Minuten, bevor das neue Prinzenpaar Wolfgang III. (Horst) und Heidi I. (Horst) das närrische Zepter in dem Vorgebirgsort übernahmen. Im bis auf den letzten Platz besetzten Festzelt auf dem Heinrich-Böll-Platz näherte sich dann auch für den Prinzen aus dem Junggesellenverein (JGV) Männer-Reih „Einigkeit“ und seine Prinzessin und Ehefrau der Moment, der vielleicht auch für die beiden zu den schönsten ihrer Session zählen könnte.

Nach einem gut zehn Minuten dauernden Einzug auf die Bühne des Festzeltes, bei dem die noch ungekrönten Tollitäten Unmengen von weißen und roten Rosen unter ihr närrisches Volk verteilten, war Wolfgang III. sichtlich bewegt. Er rief ein lang gedehntes „Dankeschööön!“ ins Mikrofon. Der Empfang habe ihn überwältigt, sagte er. „Das sind einfach unvergessliche Momente“, kommentierte sein Vorgänger Volker I. gegenüber dem GA und fügte noch hinzu: „Das war die beste Zeit, die ich vereinsmäßig erleben durfte.“

Mit Heidi und Wolfgang Horst konnten die Mertener zum 59. Mal Tollitäten proklamieren. Bevor es zur Übergabe der Insignien ihrer Regentschaft kam, gab Josef Breuer, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, einen kurzen Einblick in das Leben der Oberjecken. Schon die Eltern des neuen Prinzen regierten 1980 als Prinz Hubert I. und Prinzessin Christel I. die Mertener Jeckenschar. 2014 wurde sein Bruder Bert zusammen mit seiner Frau Silvia zum Prinzenpaar proklamiert.Beide sind nun ein Teil des Gefolges von Wolfgang und Heidi. Deren Tochter Laura (12), die schon bei den „Leckeren Mäuschen“ Karnevalsluft geschnuppert hat und bei Silvia und Bert bereits als das „süßeste Mariechen zweschen Kölle un Bonn“ tituliert wurde, begleitet nun zusammen mit Bruder und Adjutant Lukas (16) ihre Eltern.

„Kein Karnevalszug fand mehr ohne sie statt“

Gemeinsam freuen sie sich auf eine „superjeile Zick“. Das Publikum erfuhr von Breuer, dass Wolfgang III. als Mertener Jung nach zehn Jahren Schule eine Ausbildung zum Energieanlagenelektroniker bei den Rheinischen Olefinwerken, heute Lyondell-Basell, absolvierte, wo er bis heute noch tätig ist. Auch er war schon als Kind bei seinen Eltern auf dem Prinzenwagen dabei und ist seit 1999 in der Männer-Reih aktiv, dessen Geschicke er seit zehn Jahren im Vorstand mitgestaltet. 2001 heiratete er Heidi, die 1989 als fünftes Kind eines österreichischen Paars am Niederrhein geboren wurde. Auch für sie sollte der Karneval kein Neuland sein, da ihre Eltern in einem Trachtenverein aktiv waren, befand Breuer.

Als sie 1999 Wolfgang Horst kennenlernte und kurz darauf in ihre neue Heimat nach Merten zog, sei der Grundstein für ihr „jeckes Leben im Vürjebirch“ gelegt worden. „Kein Karnevalszug fand mehr ohne sie statt“, so der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft. Als sie 2014 Schwager Bert I. in seinem Gefolge begleitete, habe für sie bereits festgestanden. „Ich will auch mal.“

Unter dem Motto „Mer fleje em Ballon, mit all üch Jecke durch de Session“ wird sie nun mit ihrer ganzen Familie „fiere und regiere könne“, bis am Ende der Session der Moment kommen wird, den das scheidende Prinzenpaar als den bewegendsten und schwersten in ihrer Regentschaft bezeichneten: die Abgabe des Zepters als Zeichen vom Ende der Regentschaft. Aber bis dahin dauert es ja noch lange.

 
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